< Begrenzung der Redezeit ist zulässig
12.10.2010 07:30 Alter: 8 yrs
Kategorie: Recht Eigentum

Asbest ist beim Wohnungserwerb ein Mangel

Früher gebräuchliches asbesthaltiges Baumaterial stellt einen Mangel dar, sofern dessen Verwendung die Eignung der Einheit zu Wohnzwecken aufhebt


Früher gebräuchliches asbesthaltiges Baumaterial stellt  einen Mangel dar, sofern dessen Verwendung die Eignung der Einheit zu Wohnzwecken aufhebt. Das OLG München betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit des Vorliegens einer akuten Gesundheitsgefahr für den „durchschnittlichen“ Erwerber beziehungsweise Bewohner einer Wohnung. In dem zugrunde liegenden Fall waren Innenteile der Elektrospeicherheizung einer Eigentumswohnung entsprechend dem Standart ihres Baujahres (1977) asbesthaltig. Die Erwerber sahen hierin einen Mangel der Kaufsache. Nach zwei erfolglosen Instanzen erteilte nun auch das OLG München der klägerischen Auffassung eine Absage. Das Gericht führte hierzu aus, dass nicht schon das abstrakte Gefährdungspotenzial eines Baustoffes den Mangel der Kaufsache begründe, sondern erst dessen konkrete Gesundheitsgefährdung im Rahmen der üblichen Nutzung. Vorliegend seien die asbesthaltigen Innenteile hingegen hinreichend isoliert, sodass ein Austreten des an sich gefährlichen Stoffes nicht zu befürchten sei (OLG München, Az: 5 U 1743/09)


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