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21.09.2010 09:00 Alter: 8 yrs
Kategorie: Recht Eigentum

Bau eines Balkons trotz optischer Beeinträchtigung

Der Bau einer Treppe, die vom Balkon einer Eigentumswohnung zum Garten führt, bedarf nicht immer der Zustimmung der anderen Wohnungseigentümer. So entschied das Landgericht Hannover.


Der Bau einer Treppe, die vom Balkon einer Eigentumswohnung zum Garten führt, bedarf nicht immer der Zustimmung der anderen Wohnungseigentümer. So entschied das Landgericht Hannover. Ein Wohnungseigentümer ließ eine Treppe vom Balkon seiner Wohnung zum Garten errichten. Von dem Balkon eines anderen Wohnungseigentümers war bereits Jahre zuvor eine Treppe zum Garten angelegt worden. Ein paar Jahre später wollte ein anderer Wohnungseigentümer durchsetzen, dass die zuletzt errichtete Treppe wieder beseitigt wird. Da die Eigentümergemeinschaft einen solchen Beschluss ablehnte, reichte der Antragsteller Klage beim zuständigen Gericht ein. Das Gericht lehnte den Antrag mit der Begründung ab, dass nur eine nachteilige optische Veränderung des Gesamtbildes der Wohnanlage die Eigentümergemeinschaft dazu verpflichtet hätte, dem Antrag zuzustimmen. Die zuletzt angelegte Treppe stellte jedoch keine nachteilige Veränderung der Wohnanlage dar. Die Hausfassade zur Gartenseite wirkte insgesamt uneinheitlich, da bereits die beiden Balkone und auch die Treppen architektonisch unterschiedlich gestaltet waren und mit verschiedenen Materialien erbaut worden waren (LG Hannover, Az. 4 C 513/07).


Bildquelle: ©Rainer Sturm / pixelio.de