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29.10.2010 10:00 Alter: 8 yrs
Kategorie: Recht Vermietung

Muss Eigentümer Besuch von Nachbars Katzen dulden?

Ob ein Wohnungseigentümer Störungen durch Haustiere aus dem Nachbarhaushalt hinnehmen muss, hatte das Landgericht Bonn zu entscheiden.


Ob ein Wohnungseigentümer Störungen durch Haustiere aus dem Nachbarhaushalt hinnehmen muss, hatte das Landgericht Bonn zu entscheiden.
Ein Eigentümer einer Eigentumswohnung mit Dachterrasse hielt 2 Katzen, die regelmäßig die benachbarte Terrasse und Wohnung aufsuchten. Das Ehepaar, dem diese Wohnung gehörte, hatte gerade Familienzuwachs bekommen. Da die Nachbarskatzen auf der Terrasse Kot, Urin und erbrochenes Gras zurückließen, stellten sie nach Ansicht des Ehepaares eine Gefahr für ihr Kleinkind dar. Sie verlangten vom Halter der Katzen, dass er zukünftig den Besuch seiner Tiere im Bereich ihres Sondereigentums verhindern muss. Da der Katzenhalter dieser Aufforderung nicht nachkam, reichte das Ehepaar eine Unterlassungsklage ein.
Die Richter entschieden, dass die beiden Katzen so gehalten werden müssen, dass sie nicht mehr in die Wohnung des Ehepaares gelangen. Außerdem durften die besorgten Eltern verlangen, dass die Katzen auf ihrer Terrasse keine Verschmutzungen durch Kot, Urin oder Erbrochenem hinterlassen. Ein weiterer Anspruch stand ihnen nicht zu. Denn Dachterrassenwohnungen sind für eine artgerechte Haltung geeignet. Deshalb ist ein Besuch der Tiere aufgrund des nachbarrechtlichen Gemeinschaftsverhältnisses bei bis zu 2 Katzen hinzunehmen. Auch Störungen durch Laufgeräusche sowie das Lagern von Katzen auf Fensterbänken und Gartenmöbeln sind hinnehmbare Beeinträchtigungen (LG Bonn, Az. 8 S 142/09).


Bildquelle: ©Rainer Sturm / pixelio.de